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IPMC - International Police Motor Corporation

Was ist eigentlich darunter zu verstehen?
Diese Frage stellt sich, denn jedes Jahr treffen sich unter dem Emblem der IPMC viele hundert Menschen in jeweils einer anderen europäischen Stadt bei einer Internationalen Sternfahrt. Es ist gut, zu wissen, dass es sich bei diesen Menschen nicht um irgendeine Gruppe handelt, die irrealen Wunschträumen nachhängt, sondern um Menschen, die in Beziehung zum Polizeiberuf stehen. Es sind professionelle Polizeibeamte im weitesten Sinn, deren Familienmitglieder und Polizei-Motor-Sportler. Die Ergänzung Polizeibeamte „im weitesten Sinne" ist notwendig, weil die polizeiliche Organisation in Europa nicht einheitlich ist und auch der formale Polizeibegriff in den einzelnen Ländern voneinander abweicht. So umfasst die Gruppe den deutschen Bundesgrenzschutz ebenso, wie z. B. die gerichtliche Polizei in Belgien, die verschiedenen Polizeien Italiens und die Zollbeamten der europäischen Länder. Eines jedoch ist allen gemeinsam: sie sind Motorsportler. Das Kraftfahrzeug und/oder das Motorrad spielt bei ihren Treffen eine bedeutende Rolle.
Ende der zwanziger Jahre hatte ein Polizeioffizier in Hamburg - der spätere Oberst der Schutzpolizei Richard Weber - den Gedanken, man könne durch internationale Begegnungen Land und Leute einander näher bringen, Ressentiments abbauen und gegenseitiges Verstehen erzielen. Für die damalige Zeit eine kühne Idee. Das aufkommende Verkehrsgeschehen - Polizeibeamte fuhren schon vermehrt eigene Kraftfahrzeuge - forderte geradezu einen sportlichen Leistungsvergleich heraus.
Aus Anlass des 10-jährigen Bestehens der Polizeisportvereinigung Hamburg wurde die erste Polizeisternfahrt im Jahre 1930 nach dort durchgeführt. Freunde aus den skandinavischen Ländern, aus Österreich und der Tschechoslowakei nahmen daran teil. Der damalige Freistaat Danzig war Ziel der nächsten Sternfahrt und verlieh ihr noch einmal internationales Flair. Bedingt durch die politische Entwicklung in Deutschland wurden die Sternfahrten dann nämlich nur noch im nationalen Rahmen ausgetragen. Deutsche Großstädte waren die nächsten Jahre Gastgeber, bis 1935 die völkerverbindende Idee mit einer Veranstaltung in Frankfurt ihr scheinbares Ende fand.
Die Idee Richard Webers war aber nicht tot, denn nachdem das Kriegsgeschehen verhallt war, griffen unsere österreichischen Kollegen die Idee wieder auf und 1952 traf man sich im lieblichen österreichischen Salzburg. Freundschaften, aus den früheren Sternfahrten geknüpft, hatten den Gedanken wach gehalten und gepflegt. Aus diesem ersten Bemühen der Nachkriegsjahre folgte Jahr für Jahr eine weitere Veranstaltung, die mehr und mehr Teilnehmer anzog und zu den alten Freunden neue brachte. Was das im Einzelnen bedeutet, kann man nur ermessen, wenn man sich nach der Zieleinfahrt im größeren Kreis wieder trifft. Des "Hallo", "Grüß dich", "Bon Giorno", "Bon Jour" ist kein Ende.
Mit jeder erlebten Sternfahrt wird deutlich, dass politische Taten der Vorbereitung unter den betroffenen Menschen bedürfen. So ist es gelungen, die deutschen Polizeikollegen nach dem letzten Krieg in die europäische Polizeifamilie einzubeziehen und Vorbehalte abzubauen. So ist auch die Idee gemeinsamen Wollens in Europa in guten Händen, wenn Misstrauen durch menschliche Begegnung abgebaut wird. Die IPMC konnte lange Zeit die Organisation der Sternfahrt kaum beeinflussen, sondern war von einem Verein oder Club als Veranstalter abhängig. Dadurch, d. h. vom Zufall bestimmten sich die Zielstädte. Städte, die sich um die Übernahme bemühten, konnten bei der Vergabe der Sternfahrten durch den Kongress nur berücksichtigt werden, wenn ein bereitwilliger Organisator vorhanden war. Diese Voraussetzung ist in manchen europäischen Staaten nicht immer, in einzelnen überhaupt nicht gegeben. Deshalb mussten, einmal um möglichst viele Zielstädte zu haben und zum anderen, wenn von vornherein ein Veranstalter nicht zur Verfügung stand, Mittel und Wege gefunden werden, das gesetzte Ziel zu erreichen. Unter diesem Aspekt ist die Fahrt nach St. Etienne im Jahre 1976 zustande gekommen. Für einen solchen Fall kam es darauf an, eine ausrichtende Stelle, wenn nötig sogar außerhalb der Polizei zu finden und zu engagieren. Es soll nicht der Sinn dieser Zeilen sein, organisatorische Mängel zu rechtfertigen. Gesagt werden muss aber, dass dadurch unterschiedliche Veranstaltungen entstehen. Wer öfter organisatorische Aufgaben erledigen muss, kennt die Vielfalt der Schwierigkeiten der Verwirklichung, die in unserem Fall noch durch unterschiedliches Temperament und Volkstum deutlicher zutage treten können. Diese Umstände können aber auch bereichern und verschönern. Für die Teilnehmer an der Sternfahrt gehört dann allerdings eine gewisse Risikobereitschaft dazu. Es wird deutlich, dass die IPMC bis vor einiger Zeit ein Dasein führte, das zu einem großen Teil von Glück und Zufall abhängig war. In der Reihe der Zielstädte gibt es einige, die schon mehrfach Ausrichter einer Sternfahrt waren. Bedingt durch Jubiläen haben sich diese Städte mehrfach beworben und die Zustimmung erhalten. Der Kreis der Zielfahrtstädte sollte sich jedoch nach internationalen und regionalen Gesichtspunkten stetig erweitern. Es ist natürlich, dass die Namen großer Weltstädte anziehen. Berlin, Brüssel, Hamburg, München, Paris, Wien, Rom waren solche Ziele. Land und Leute kennen lernen ist aber als Motto kaum in den Weltstädten zu verwirklichen. Gerade deshalb umfasst der Katalog denkbarer Zielorte, historisch, kulturell und wirtschaftlich interessante europäische Städte. Sternfahrten haben deshalb auch stattgefunden nach Basel, Bamberg, Leiden, Thun, Kassel, Luzern, Garmisch-Partenkirchen, Remscheid, St. Etienne und Zandvoort.
Im Jahre 1979 wird sich die Sternfahrerfamilie in Florenz unter der IPMC-Fahne versammeln. Das Motto der Begegnung wird lauten: POLIZEILICHE SOLIDARITÄT ÜBER GRENZEN HINWEG"! Wer ist nicht begeistert von der Stadt in der Toscana? Wer empfindet keine Sehnsucht nach dieser Hochburg abendländischer Kunst? Die Florentiner Kollegen werden sich alle Mühe geben, ihre Stadt den Sternfahrern liebevoll vorzuführen. Das ist die Freude jedes Teilnehmers, von Freunden betreut, geführt und umsorgt zu werden. So lernt er Land und Leute kennen und gewinnt neue Freunde hinzu. Ist das nicht der verwirklichte Gedanke, der vor rund 50 Jahren geboren wurde und auch heute noch jedes Jahr Begeisterung auslöst.
Das ist die Idee Richard Webers!
Das bedeutet den Motorsportgedanken zu fördern, die Geselligkeit, Solidarität und Kameradschaft unter ihren Mitgliedern zu pflegen, die internationalen Beziehungen zwischen Polizei-Motorsport-Organisationen vertiefen, zur internationalen Verständigung beizutragen, Kontaktgesprächen über Berufsprobleme zu führen und die Straßen- und Verkehrsdisziplin zu fördern.

Auszug aus IPMC Revue  1979 Georg Schalles

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